Indexnahe Fonds


Neben den klassische Investmentfonds werden im Fondsbereich Indexfonds und Indexnahe Fonds immer verbreiteter.

Der Unterschied zwischen den klassischen Indexfonds und den indexnahen Fonds besteht darin, dass der klassische Indexfonds den jeweiligen Index zu einhundert Prozent nachbildet, und der indexnahe Fonds ca. 10-15 Prozent Abweichung vom Index in seiner Fondsstruktur haben kann.

Indexnahe Fonds sind Investmentfonds, die sich hinsichtlich ihrer Depotstruktur an bestimmten Indizes orientieren, wie zum Beispiel am Deutschen Aktienindex. Dabei handelt es sich um einem so genannten passiv gemanagten Fonds. Das bedeutet, der Fondsmanager hat in erster Linie die Aufgabe, dass der indexnahe Fonds die gleichen Wertpapiere im Portfolio hat, die auch im Basisindex vorhanden sind. Dabei wird auch auf die Gewichtung der Wertpapiere im jeweiligen Index geachtet, denn auch diese soll sich so weit dieses möglich ist im Fondsdepot widerspiegeln.

Wenn man von den bisherigen Ergebnissen in der Vergangenheit ausgeht, dann haben langfristig orientierte Anleger bisher durch indexnahe Fonds (und Indexfonds) durchschnittlich eine höhere Rendite erzielt, als es mit aktiv gemanagten (klassischen Investmentfonds) der Fall gewesen ist. Zu den Eigenschaften von indexnahen Fonds zählt daher auch, dass die Volatilität der Wertentwicklung relativ gering ist, wenn man diese mit anderen Fonds vergleicht.

Der Nachteil liegt allerdings darin, dass man eben von der Fondsstruktur immer in großem Maße an die Zusammensetzung des jeweiligen Index gebunden ist und keine schlechten und guten Aktien selektieren kann, wie es bei aktiv gemanagten Fonds üblich ist. Von der Investitionstätigkeit her hat ein Fondsmanager eines indexnahen Fonds relativ wenig zu tun. Die Depotstruktur des Fonds muss nur dann geändert werden, wenn sich auch die Zusammensetzung des Index ändert, ansonsten ist der indexnahe Fonds für den Fondsmanager mit sehr wenig Arbeit verbunden. Für den Anleger haben die indexnahen Fonds zudem den Vorteil, dass man durch das Investment in den Fonds mit wenig Kapitaleinsatz indirekt in alle im Index enthaltenen Aktien investieren kann und sich nicht für bestimmte Aktien entscheiden muss, was natürlich ein höheres Risiko bergen würde.

Eine weitere Eigenschaft indexnaher Fonds besteht darin, dass der Anleger kein Emittentenrisiko hat. Das Vermögen der Anleger wird als Sondervermögen verwahrt, und würde somit bei einer Insolvenz des Fonds nicht in die Insolvenzmasse fallen.

Eine Besonderheit der besteht zudem darin, dass diese im Gegensatz zu den klassischen Indexfonds den Index nicht genau im Verhältnis 1:1 abbilden können. Das liegt aber in der Regel nicht an der Tatsache, dass die Fondsmanager doch hinsichtlich der Zusammensetzung des Fonds etwas selektieren möchten, sondern in der Regel sind gesetzliche Bestimmungen dafür die Ursache.
Laut Kapitalanlagegesetz dürfen zum Beispiel in Deutschland Investmentfonds nicht mehr als 10 Prozent ihres Gesamtvermögen bzw. der Depotstruktur in einen einzelnen Titel investieren. Wenn man nun einen indexnahen Fonds, der sich auf den DAX bezieht als Beispiel nimmt, dann gibt es hier bereits die ersten Probleme. So hat beispielsweise die EON-Aktie einen höheren Anteil im DAX als 10 Prozent. Der indexnahe Fonds darf aber maximal eine Gewichtung von 10 Prozent pro einzelner Aktie in seinem Depot haben. Die Folge ist, dass der Index in solche einem Fall nicht 1:1 abgebildet werden kann, und das ist auch der Unterschied zum klassischen Indexfonds, nämlich dass keine zu einhundert Prozent genaue „Abbildung“ des Index stattfindet.

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