Was sind Indexfonds?
Die Grundidee eines klassischen Investmentfonds ist einfach. Viele
private Investoren, vor allem kleine Anleger, sparen gemeinsam in einen
großen Topf. Ein Fondmanager kümmert sich aktiv
darum, dass vom Fonds eingesammelte Geld durch eine möglichst
gewinnbringende Anlage zu vermehren.
Für den Anleger ergibt sich der Vorteil, dass er bereits mit
nur kleinen Beiträgen einsteigen kann. Außerdem kann
er in viele unterschiedliche Anlagemöglichkeiten weltweit
investieren. Allerdings hat die ganze Sache einen kleinen, aber
gewichtigen Haken:
Etwa zwei Drittel der gemanagten Fonds entwickeln sich leider
schlechter als der Markt.
Daher stellt sich die Frage,
warum man als Anleger nicht gleich in den Marktdurchschnitt investieren
sollte? Damit ist die Gefahr, dass sich die Anlage am
Markt vorbei entwickelt, möglichst gering und man spart sich
auch das Geld für einen teuren Fondsmanager. Möglich
machen es sogenannte Indexfonds.
Indexfonds sind Investmentfonds. Sie folgen einer
Anlegerstrategie die im englischen als "Index Investing" bezeichnet
wird. Das bedeutet, dass solche Anlage durch ihre
Zusammenstellung einen bestimmten und repräsentativen Index so
exakt wie möglich nachbilden. Um dieses Ziel zu erreichen,
investieren sie in die dem Index zugrundeliegende Wertpapiere und dies
möglichst im gleichen Verhältnis wie der Index.
Andere Anlagestrategie nutzen sogenannte Derivate, oder auch "Swaps"
genannt, um die Abbildung an den Index zu binden. Der sogenannte
"Tracking Error" (TE) zeigt dabei an, wie exakt die Nachbildung ist.
In der klassischen Variante eines Investmentfonds entscheidet der
Fondsmanager über die Anlagestrategie. Solche Fonds werden aus
diesem Grund auch als „gemanagte Fonds“ bezeichnet.
Allerdings kostet so ein Management nicht gerade wenig Geld. Auf derlei
Investmentfonds wird ein sogenannter Ausgabeaufschlag erhoben. In den
meisten Fällen liegt er bei 5 Prozent des Ausgabepreises. Das
heißt nichts anderes, dass zunächst einmal 5 Prozent
des Anlagevermögens nur an den Fondsmanager gehen. Dazu kommt
noch eine jährliche Verwaltungsgebühr von
durchschnittlich 1,5 Prozent, die die Rendite zusätzlich
schmälert.
Die Indexfonds dagegen investieren direkt in einen
sogenannten Markt-Index. Außerdem verzichten
sie auf ein aufwendiges Fondsmanagement, so dass das gesamte
Anlagevermögen auch direkt in die Anlage fließt. Der
Index ist so etwas ähnliches wie ein Barometer für
den abzubildenden Markt. Er zeigt ziemlich genau an, wie sich die Kurse
von Aktien durchschnittlich entwickeln. Beispiele für solche
Indizes sind der DAX (Deutscher Aktien Index, beschreibt die
Entwicklung der 30 größten deutschen
börsennotierten Unternehmen) oder Dow-Jones-Index, der
amerikanischen Wirtschaft. Bei einem Indexfonds spricht man von einem
passiven Management, da eine solche Anlageform aus einer
Wertpapiermischung besteht, die den Markt nachbilden. Die
Wertentwicklung des Fonds verhält sich wie die Entwicklung des
Index.
Die Einfachheit der Marktabbildung durch ein Indexfonds,
macht diesen sehr preiswert und daher für den kleinen Anleger
besonders interessant. Die wegfallenden Kosten
für ein aufwendiges Management können direkt in die
Anlage fließen. Die preiswertesten Indexfonds, die an einer
Börse gehandelt werden, heißen
„Exchange-Traded-Funds“ (kurz ETF). Der
Ausgabeaufschlag, in der Bankenwelt auch „Spread“
genannt, liegt teilweise unter einem halben Prozent des Anlagewertes.
Der Spread ergibt sich aus der Differenz zwischen Ankaufs- und
Verkaufswert. Die jährlichen Verwaltungskosten belaufen sich
ebenfalls ungefähr auf ein halbes Prozent. Die Kosten
für ein ETF sind daher 90 Prozent preiswerter als ein
klassischer Investmentfonds und die Rendite eines Indexfonds
fällt dadurch deutlich höher aus.
Indexfonds lassen sich in Deutschland in jeder Bank oder Sparkasse
zeichnen, wie eine normale Aktie. Manche Banken jedoch bieten
Indexfonds nicht aktiv an. Der Grund liegt auf der Hand: Durch die
geringe Kostenstruktur eines Indexfonds verdienen Banken deutlich
weniger an dieser Form der Anlage.
Abschließend lässt sich sagen, dass der
Vorteil
eines Indexfonds vor allem in seinen geringen Kosten
liegt und dadurch sehr attraktiv für kleine Anleger wird.
Weiterhin ist ein Indexfonds nie schlechter oder besser als der Markt.
Die Entwicklung dieser Anlagestrategie ist auch für den Laien
sehr leicht nachvollziehbar.
Natürlich sind Indexfonds von Börsenturbulenzen
genauso betroffen, wie andere Anlageformen auch. Ein Fondsmanager, der
aktiv den Turbulenzen entgegensteuern und frühzeitig
Maßnahmen ergreifen kann, gibt es nicht. Hier gilt, dass ein
Anleger starke Nerven und bei einer Investition in einen Indexfonds vor
allem langfristige Ziele im Auge haben sollte. Eine breite
Risikostreuung durch Investitionen in verschiedene Indizes kann
Börsenturbulenzen für den Anleger abfedern.
Mögliche Verluste eines Index können durch die
Gewinne eines anderen Index kompensiert werden. Für Einsteiger
ist es empfehlenswert in einen Welt- oder Europa-Index zu investieren,
bevor man weitere Anlagestrategien verfolgt.
Der Indexfonds Vergleich
empfiehlt einen individuellen Investment-Vergleich, um die
Vorteile
für ihre persönliche Anlagestrategie
herauszustellen.